Interview mit Autorin P.C. Thomas

Heute möchte ich euch eine weitere Autorin vorstellen, die sich gerne meinen Fragen stellen wollte: P.C. Thomas (wenn ihr auf den Link klickt, gelangt ihr zu ihrer Facebookseite), sie schreibt Kurzgeschichten und hat letztes Jahr ihren ersten Roman veröffentlicht. Herzlich willkommen, Christine!

 

Lia: Möchtest du dich vielleicht kurz vorstellen?

 

Christine: Hallo Lia. Zuerst einmal möchte ich mich bei dir dafür bedanken, dass du dieses Interview mit mir führst. Ich heiße Christine Thomas, bin Jahrgang 1963 und Mutter von drei inzwischen erwachsenen Kindern. Im Alltagsleben arbeite ich als Altenpflegerin in der ambulanten Pflege.

Meine Kurzgeschichten und den Roman habe ich unter dem Pseudonym P.C. Thomas veröffentlicht, weil es bereits eine amerikanische Autorin namens Christine Thomas gibt.

 

Lia: Du hast bisher in verschiedenen Anthologien Kurzgeschichten veröffentlicht. Hast du dafür bei Wettbewerben mitgemacht? Worum geht es in den Geschichten?

 

Christine: Ja, allerdings. Ich hatte die Ausschreibungen im Internet gesehen, und mir war spontan eine Idee für eine Geschichte in den Sinn gekommen.

In „Ein etwas anderer Weihnachtsengel“, meiner ersten Veröffentlichung bei Netnovela (Anthologie „Phantastische Weihnachten“), geht es um eine alte Dame, die in der Nacht zum Heiligabend zufällig ein Feuer im Nachbarhaus entdeckt. Alle, bis auf ein Kind kommen raus, doch das wird dann von jenem etwas anderen Weihnachtsengel gerettet.

„Tod im King's Club“, erschienen in der Anthologie „Don't worry, be Curry“ aus dem Verlag Beyond Affinity erzählt von der überraschenden Aufklärung eines Mordfalls in einem renommierten Herrenclub in London.

In „Ipuana“, erschienen in der Anthologie „Mysteriöse Orte“ beim Verlag der Schatten, stranden zwei befreundete Geschwisterpaare im Südamerikaurlaub auf einer unbewohnten Insel, von der sie sich laut einer Warnung besser ferngehalten hätten. Dort ist Ipuana, die Stadt, die von den Göttern verflucht wurde.

 

„Helenas Erbe“, aus der Anthologie „Mysteriöse Friedhöfe und Grabstätten“, ebenfalls erschienen im Verlag der Schatten, berichtet von Helena, die überraschend eine alte Villa von einer ihr bis dato unbekannten Großtante erbt. In ihrer Nähe befindet sich ein alter Friedhof, der ein Geheimnis birgt.

„Das verschwundene Wasser“ fällt ein wenig aus dem Rahmen, denn es handelt sich um eine Geschichte für Kinder ab acht Jahren. Erschienen ist sie in der Anthologie „Magischer Tigerwald“ aus dem Verlag der Schatten und der komplette Erlös geht an das Raubtier-und Exotenasyl in Ansbach. Die dortigen Tiere spielen in allen Geschichten eine große Rolle, denn diese können ihre Gehege verlassen und in den angrenzenden Wald gehen, wo sie verschiedene Abenteuer erleben.

In meiner Geschichte erfahren einige Tiere, dass jemand dem Wald das Wasser stiehlt und sie machen sich auf die Suche nach dem Dieb.

In „Das Pfarrhaus des Grauens“ wird Clara, die ihren Urlaub in Hohensyburg verbringt, im Wald von einem Unwetter überrascht und glaubt, sich verlaufen zu haben. Auf der Suche nach Hilfe entdeckt sie ein altes Haus, in dem gerade ein Mann seine ganze Familie ermordet … oder nicht?

 

Lia: Letztes Jahr im Sommer erschien dein Roman „Stadt unter Glas – die Privilegierten“ im Shadodex-Verlag der Schatten, einem Kleinverlag, der auf Mystery und Horror spezialisiert ist. Wie hast du den Verlag gefunden und wie war der Weg bis zur Veröffentlichung von dieser Geschichte?

 

Christine: Wer meine letzte Antwort aufmerksam gelesen hat, dem ist aufgefallen, dass ich bereits mehrere Kurzgeschichten im Verlag der Schatten veröffentlicht habe. Als ich 2017 dabei war, das Manuskript zu meinem Roman zu verfassen, fragte ich bei Bettina Ickelsheimer-Förster an, ob eventuell Interesse besteht. Das war vorhanden, aber sie sagte mir sofort, dass es erst 2019 veröffentlicht werden kann. Damit war ich einverstanden, denn ich befand mich zu jener Zeit gerade in der verkürzten Ausbildung zur Altenpflegerin. Das Schreiben und die Ausbildung liefen also parallel und Ersteres half mir manches Mal, meinen Kopf wieder frei zu bekommen.

Während des Lektorats zog ich aus Hessen zurück in den oberbergischen Kreis. Damit wurde alles sehr stressig, denn ich war insgesamt sechs Monate ohne Internet. Dass ich das Lektorat doch noch pünktlich beenden konnte, verdanke ich meinem Sohn, der mir immer wieder mit einem Hotspot aushalf, und meinen wirklich tollen Nachbarn, die mir Zugang zu ihren Anschlüssen ermöglichten.

 

Lia: Arbeitest du bereits an einem nächsten Roman? Möchtest du uns ein bisschen darüber erzählen?

 

Christine: Ursprünglich war für „Stadt unter Glas“ keine Fortsetzung geplant, aber dann sprang mich eine Idee regelrecht an und ich konnte nicht anders, als mich hinzusetzen und sie niederzuschreiben. Da sie nahtlos an das Ende des ersten Teils anschließt, kann ich hier natürlich nichts verraten.

 

Lia: Dein Roman „Stadt unter Glas“ ist laut Cover ein Mystery-Science Fiction Roman. Könntest du dir vorstellen auch in anderen Genres zu schreiben?

 

Christine: Auf jeden Fall. Ich habe sogar schon Ideen für eine Jugendfantasy – Geschichte und für einen Thriller.

 

Lia: Kannst du dich an ein Lieblingsbuch aus der Kindheit oder Jugend erinnern? War das eins von denen, bei denen dir das Ende nicht gefiel und hast du es umgeschrieben?

 

Christine: Ich hatte sehr viele Lieblingsbücher. Natürlich habe ich, wie viele Mädchen damals, alle „Hanni und Nanni“ Bücher verschlungen, aber ich besaß auch sehr viele Pferdebücher, weil ich schon immer eine Tiernärrin war. Eines meiner Lieblingsbücher war aber tatsächlich „Die Pony-Familie“.

 

Lia: Wie kamst du zum Schreiben? War das schon immer ein Traum von dir?

 

Christine: Es begann, wie gesagt, mit „Die Pony Familie“. Das Buch fand ich toll, das Ende nicht. Also schnappte ich mir den Briefblock meiner Mutter und verfasste ein für mich akzeptableres Ende. Damit erwachte auch mein Wunsch weiterzuschreiben und damals dachte ich natürlich, dass ich das irgendwann mal hauptberuflich tun könnte. Inzwischen sehe ich es etwas anders.

 

Lia: Was magst du am Autorensein am liebsten, was gar nicht?

 

Christine: Ich mag es, mich in meine Welten zurückzuziehen oder, wie während meiner Ausbildung, über dem Schreiben einfach den Kopf freizubekommen.

Was mag ich gar nicht? Das ist schwer zu sagen. Ich denke, was ich nicht mögen würde wäre, auf Knopfdruck schreiben zu müssen. Zum Glück hatte ich das bisher noch nicht. Auch Zeitdruck ist beim Schreiben etwas, was ich nicht mag.

 

Lia: Ich persönlich liebe ja Steckbriefe und jetzt ist es schon Tradition, dass ich am Ende eines Interviews auch ein paar Steckbrieffragen stelle, hier kommen sie also:

 

Welches Buch liest du gerade? Girl on the train, von Paula Hawkins

 

Lieblingsschriftsteller*in? Ich lese verschiedenste Autoren und habe keinen, den ich zurzeit besonders bevorzuge

 

Lieblingsbuch? Mondfeuer von Donna Gillespie, aber auch die beiden Jurassic Park Romane von Michael Crichton

 

Lieblingsmusik beim Schreiben? Ich brauche Ruhe, wenn ich schreibe

 

Lieblingsmusik im Alltag? Was gerade so im Radio läuft, wobei es auch einige Songs gibt, bei denen ich umschalte.

 

Lieblingslied? Da fällt mir gerade keins ein.

 

Lieblingsfilm? Independence Day

 

Lieblingsserie(n)? Ich sehe seit zehn Jahren so gut wie kein Fernsehen mehr, aber was ich immer noch liebe ist „Miami Vice“

 

Lieblingsort? Da gibt es keinen speziellen

 

Lieblingsessen? Tabasco Gemüse

 

Lieblingsgetränk? Kaffee

 

Lieblingsschreibort? Wenn ich am PC schreibe, mein Büro, aber wenn ich mit der Hand schreibe, sitze ich sehr gern an meinem Küchentisch

 

Hast du Hobbies? Ich lese sehr gern und habe mein früheres Hobby, das Stricken, wieder ausgegraben. Da liebe ich es vor allem, Bilder zu stricken

 

Lieblingstier? Wie ich bereits erwähnte bin ich eine Tiernärrin, auch wenn ich kein eigenes Haustier mehr besitze. Ich liebe Hunde, Katzen und Pferde.

 

 

Vielen Dank für das nette Interview!

 

Christine: Gern geschehen. Ich danke dir noch einmal für das Gespräch.