Tag 5: Die bösen Antagonisten

Manche Geschichten kommen auch ohne aus, aber viele mögen sie gerne, die Bösewichte, nicht wahr?

 

In "Flammenseele" ist dies Seph, der allerhand Geheimnisse birgt. Ash kannte ihn schon früher, hat ihn aber viele, viele Jahre nicht gesehen. Leider taucht er auf einmal wieder auf ... Ash hat ihn offenbar verdrängt, aber dann fällt ihr alles wieder ein.

 

Mit der Erinnerung kroch die feuchte Kälte der regennassen Straße durch ihre Pfoten empor, direkt in ihr Herz. Etwas blitzte auf, genau vor ihr. Rot und im nächsten Moment grellgrün. Dann war es wieder dunkel. Ash konnte nicht weglaufen, irgendetwas bannte sie an Ort und Stelle. Eine alte Erinnerung oder ein böser Gedanke?

 „Kätzchen, Kätzchen, dass ich dich mal wiedersehe“, raunte es in der stillen Nacht. Die Stimme war seltsam kratzig. Ash war sich nicht sicher, ob sie einem Mann oder einer Frau gehörte, auch wenn sie die Stimme kannte. Sie konnte sich einfach nicht an das Gesicht dazu erinnern, die Erinnerung war zu tief vergraben. Das einzige was sie noch wusste: sie wollte denjenigen, der zu dieser Stimme gehörte, nicht noch einmal sehen.

 Ein leises Rascheln, jemand kam näher. Mit dem Rascheln kamen noch mehr Erinnerungen. Panik wallte in ihr auf, genug, um den Bann zu lösen. Sie ging langsam ein paar Schritte rückwärts, sprang um ihre eigene Achse und rannte, verwandelte sich im Sprung. Der Wind raste in Wellen durch ihr Fell, die Straße war hart unter ihren Pfoten. Regenwasser spritzte aus den Pfützen empor, mit ihm die Farben der Stadtlichter. Ash wagte nicht zu lauschen, ob er ihr folgte. Sie wusste, dass er das nicht nötig hatte. Er würde sie finden. Wenn er wollte, würde er sie überall finden.

 Mit einem Mal blieb sie stehen.

 Wegrennen war nicht ihr Stil. Sie war nicht mehr das kleine Kätzchen, das aus namenloser Angst floh. Das war viele Jahrzehnte her. Entschlossen wuchs sie empor und nahm ihre menschliche Gestalt an. Sie wollte ihm Auge in Auge begegnen. Mit einer schnellen Handbewegung schlug sie die Kapuze ihres Fellumhangs zurück und drehte sich um. Die Gasse hinter ihr war leer, von irgendwoher drang Musik auf die Straße. Sie atmete tief durch und ging mit festen Schritten in die Richtung, aus der sie geflohen war.

 Nach wenigen Metern kam ihr jemand entgegen. Er war groß, sicher über zwei Meter, und er trug einen Anzug, der jedes Mal, wenn er an einer Laterne vorbeikam, rötlich aufleuchtete. Rot und glänzend wie Schlangenhaut. Sein Blick hatte sie schon fixiert, bevor er aus den Schatten trat.

 „Kätzchen“, sagte er mit seltsam zischendem Ton.

 „Seph“, erwiderte Ash mit fester Stimme. Ihre Handflächen waren feucht, ihre Knie weich, aber sie würde es sich nicht anmerken lassen, selbst wenn sie sich nur zu gut an den Schmerz von damals erinnerte.

 

Textschnipsel aus "Flammenseele"

 

Auch bei Sandra Florean gibt es sie.

 

Sie selbst sagt über ihre Reihe: Die Nachtahn-Reihe wird aus drei Perspektiven erzählt: Dorians Sicht, Louisas Sicht und die der Gegenspieler. Die „Bösen haben hier also auch eine Stimme bekommen, weil ich finde, dass nicht jeder Mensch von Grund auf böse ist – oder gar böse geboren wird. Manchmal sind es äußere Umstände oder eine falsche Entscheidung, die ihn zum Bösen machen oder auf andere böse wirken lassen. In der Nachtahn-Reihe dürfen sie ihre Geschichte erzählen und vielleicht steckt ja doch sehr viel mehr Gutes in ihnen, als man meint.

 

Dennoch hat Band 1 ganz klassische Gegenspieler. Das sind die beiden Vampire Steve und Trudy. Steve ist gewalttätig und gefährlich, doch wirklich unberechenbar ist Trudy, die schon bald einen teuflischen Plan schmiedet, um an Dorians begehrtes Mächtiges Blut zu kommen.

 

Auch Dahlia von Dohlenburg hat ihn, den Bösewicht:

 

Jäger in den Schatten – Belial

 

Belial ist Nikolajs Vater und ein mächtiger Dämonenkönig. Doch statt die Welt zu unterwerfen, lebt er lieber in den Tag hinein und stiftet Chaos, wo immer er kann.

 

Sein alter Herr war immer der Teufel auf seiner Schulter gewesen. Er hatte immer versucht, Nikolaj auf die dunkle Seite zu ziehen. Dutzende Male, aber es war ihm nie gelungen. Und daran würde sich heute nichts ändern.

Sein Vater schnaubte. »Es ist nicht höflich, wie du mich ignorierst. Aber Höflichkeit liegt nicht in der Familie, nicht wahr? Deine Mutter …«

Nikolaj spürte einen Moment Wut in sich aufsteigen. »Zieh Mutter nicht …«

Belial lachte dunkel auf. »Ah, du kannst also doch sprechen.«

Kühle Finger legten sich um seine Schultern. »Ich habe es dir damals gesagt und ich wiederhole es gerne: Die Menschen sind zu zerbrechlich, als dass es sich lohnt, sich auf sie einzulassen. Irgendwann wirst du jeden verlieren.« Eine Bitterkeit schwang in seiner Stimme mit, die Nikolaj so nicht an ihm kannte.

Nikolaj stand auf und wandte sich der Stahltreppe zu. Im Augenwinkel sah er seinen Vater - das jungenhafte Gesicht, das lange schwarze Haar, die blasse Haut. Irgendwie konnte er es seiner Mutter nicht verdenken, seine Maske war wie geschaffen für Verführung. Jedoch würde er zu gerne in dieses Gesicht hineinschlagen.

»Nur wenn ich so werde, wie du«, murmelte er.

»Was?«

»Nur dann werde ich sie verlieren.«

Kühle Finger strichen über seine Wangen. »Dann bist du wohl schon auf dem besten Wege, so zu werden wie ich.«

Celia Jansson - Sunford

 

Der Roman ist inspiriert von verschiedenen Klassikern, vor allem von Jane Austens Stolz und Vorurteil. So ist mein Antagonist angelehnt an Mr Wickham. Aber meiner heißt Hanson und ist ein gutaussehender aber hinterlistiger Mann, der gerne junge Damen verführt.

 

Leann Porter - Die Fährte der Wandler

 

Der Antagonist: das ist zunächst Juris Krankheit. Den Bösewicht kann ich nicht verraten, dann wäre das Buch zu langweilig.

 

Amalgaids Gesicht hatte sich verändert. Juri erkannte nun den Sidhe in ihm. Unter dem aufgedunsenen Fleisch sah er die hohen Wangenknochen, die geschwungene Kinnlinie, die schmale Nase. Erst wagte er nicht, in seine Augen zu sehen, aus Angst, was er in ihnen lesen könnte. Als er doch hineinblickte, schimmerten sie mild, verständnisvoll.

 „Ich fürchte, es gibt keine Heilung. Das, woran du leidest, ist keine Krankheit, wie du sie kennst.“

 Es dauerte, bis Amalgaids sanft gesprochene Worte ihren Weg in Juris Kopf fanden. Er wiederholte sie in Gedanken ein paar Mal, ohne ihren Sinn entschlüsseln zu können.

 „Was soll das heißen?“ Seine Zunge fühlte sich taub an. Es fiel ihm schwer, die Frage zu stellen, die ihm bereits zehn Heiler mit „Ja“ beantwortet hatten. „Werde ich sterben?“

 Amalgaid setzte zum Sprechen an, schwieg dann aber. Er rutschte auf dem Bett hin und her und sah sich im Zimmer um, als suchte er nach einer passenden Antwort. Schließlich blickte er an ihm vorbei.

 Juri ballte die Hände zu Fäusten. Wenn er ihm jetzt eine Weisheit „wir werden alle sterben, früher oder später“ auftischte, konnte er die Bezahlung vergessen.

 Endlich hörte Amalgaid auf, einen Punkt hinter Juris rechter Schulter anzustarren und blickte ihm fest in die Augen. „Du musst nach Elenia gehen.“

 „Warum? Ihr seid doch ein Heiler. Ihr seid dort ausgebildet worden. Könnt Ihr mir nicht helfen?“ Zu Juris Ärger klangen seine Worte wie ein verzweifeltes Flehen.

 Amalgaid senkte den Blick. „Nein. Geh nach Elenia. Bald. Am besten sofort. Wenn du es nicht tust, wirst du sterben.“

 

Gewinnspiel Radiergummis & eBook

 

Und wenn euch die Bösewichte mal gar zu böse werden, gibt es heute Radiergummis zu gewinnen ... äh, ja. Nein, ich fand sie einfach witzig und sie passen auch irgendwie zu Ash, die genau das hinterlässt, wenn sie einen Fisch finden sollte und für die Fische ist sie natürlich der absolute Antagonist.

 

Als zweiten Gewinn gibt es ein eBook im Wunschformat von "Sunford - Verführung eines Gentleman" von Celia Janssen.

 

So, die Gewinnfrage lautet heute: Na? Nennt uns einen Bösewicht aus einem Roman oder Film, der euch fasziniert hat. Einfach unter diesem Blogeintrag posten.

 

Teilnahmebedingungen:

 

Das Gewinnspiel wird durchgeführt von der Autorin Eileen Raven Scott. Zu gewinnen gibt es das Radiergummi-Paket, bestehend aus den süßen Fischgräten-Radiergummis, einem Goodie-Paket mit Goodies von Sandra Florean (Postkarten, Lesezeichen, Leseproben, Block Seelenspringerin), Goodies von Dahlia von Dohlenburg (Postkarte, Lesezeichen) und von Eileen Raven Scott/Lia Haycraft (Lesezeichen, Karten, Leseprobe). Der zweite Gewinner bekommt das eBook von Celia Jansson (Sunford - Verführung eines Gentleman), wahlweise im epub oder mobi-Format. Die Teilnahme erfolgt durch Hinterlassen eines Kommentars zu diesem Gewinnspiel-Beitrag hier im Blog oder auf Facebook unter dem Gewinnspielpost. Das Gewinnspiel endet am 25. Januar 2017, 24:00 Uhr.

 

Der Gewinner wird per Losverfahren ermittelt und am 26. Januar 2017 hier im Blog und auf Facebook in der Buchparty zur Flammenseele bekannt gegeben. Meldet sich ein Gewinner nicht innerhalb von 1 Woche auf die Gewinnbenachrichtigung per E-Mail bei Lia Haycraft (Eileen Raven Scott) (lia.haycraft@gmx.de) oder per Nachricht auf Facebook, verfällt der Gewinn.

 

Teilnehmen dürfen Personen mit Wohnort in Deutschland ab 18 Jahren, sonst nur mit schriftlicher Einwilligung der Erziehungsberechtigten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung ist nicht möglich. Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, im Falle eines Gewinnes namentlich (so wie er unter dem Blogbeitrag steht) im Blog von Lia Haycraft/Eileen Raven Scott und in einem Post in der Buchparty auf Facebook genannt zu werden. Der jeweilige Gewinn wird von der Autorin per Post verschickt. Für auf dem Postweg verloren gegangene Gewinne kann die Autorin leider keinen Ersatz stellen.

 

Datenschutzerklärung: Die bereitgestellten Informationen werden ausschließlich für die Ermittlung und Kontaktierung des Gewinners verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Die per E-Mail übermittelten Kontaktinformationen des Gewinners werden nach Abwicklung des Gewinnspiels gelöscht. Ergänzend gelten auch die Datenschutzrichtlinien dieses Blogs.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Melanie Siedentop (Sonntag, 22 Januar 2017 11:58)

    Guten Morgen!
    Ich finde das heutige Thema sehr interessant. �
    Meine "Lieblingsfigur" in dieser Richtung war und ist schon immer Hannibal Lecter.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Melanie Siedentop

  • #2

    Thea Campbell (Sonntag, 22 Januar 2017 22:47)

    Meine Lieblingsfigur in der Hinsicht ist Gaston aus die Schöne und das Biest da er alles an einem Bösewicht vereint aber in einer für Kinder verständlichen Art �

  • #3

    Christine (Montag, 23 Januar 2017 20:27)

    Coole Frage!
    Ich bin seit einiger Zeit besonders von Magneto aus X-Men fasziniert. Ich mag Bösewichte, die vielschichtig und nicht einfach nur böse sind. :)