8. Tag Release-Party: Weibliche Hauptfigur

Sotai ist eine junge Wind-Arantai, etwa 31 Menschenjahre alt, die auf der Frühlingsinsel in Axikon aufgewachsen ist. Schon immer war sie sehr neugierig, wissbegierig und schnell zu begeistern. Ihre zweite Gabe ist es, die Wünsche anderer Wesen zu erspüren, wenn sie sie berührt. Manchmal ist das allerdings ganz schön verwirrend.

 

 

„Als sie vor der Höhle ihrer Eltern angekommen waren, hob Sotai eine Hand, um zu klopfen. Im gleichen Moment bewegte sich auch Ruben, vielleicht, um mit der Hand durch seine Haare zu fahren oder seine Jacke auszuziehen. Für einen Moment berührten sich ihre Hände in der Luft. Ruben murmelte eine Entschuldigung, aber Sotai hörte sie kaum.

 Ein Blitz aus Bildern durchfuhr sie. Sotai konnte ein leises Aufkeuchen nicht unterdrücken. Sie hatte unabsichtlich einen von Rubens Wünschen gespürt, was bedeutete, dass er ziemlich stark war, denn sie hatte nicht danach gesucht. Immer wieder sah sie Rubens Hände vor sich, die durch ihre Haare fuhren, über ihre Schulter strichen und wie ihr Gesicht immer näher kam. Er hatte sich sogar vorgestellt, wie sich ihre Lippen berühren würden.

 Wie kam er nur auf diese Idee? Warum gefiel sie ihm so gut? Sie wusste so wenig über Menschen, vielleicht war es gar nichts Besonderes und sogar normal. Vielleicht war er im richtigen Alter, um zu heiraten, und suchte eine Frau für sich. Ihr Blick flog zu Rubens Augen. Er sah sie lang und ernst an, dabei zuckte ein Mundwinkel leicht. Merkwürdig, getäuscht hatte sie sich jedenfalls nicht.

 Jemand hinter ihnen räusperte sich. „Wolltest du nicht klopfen?“

 Sotai atmete tief durch, versuchte, das Bild des Kusses abzuschütteln und drehte sich zur Tür. Die Maserung des Holzes sah heute irgendwie anders aus. Sotai schüttelte über diesen merkwürdigen Gedanken den Kopf und klopfte zweimal. Sie ließ die Hand sinken und spürte immer noch die Stelle, wo sie Rubens Haut berührt hatte. Dort kitzelte es leicht, als ob sie eine Feder sanft streichelte. Sie rieb darüber und starrte auf die Tür."

 

(Textschnipsel aus "Sonnenschwinge")

Natürlich möchte ich euch die Hauptfiguren aus den Büchern meiner Kolleginnen nicht vorenthalten. Deshalb stellt Anna Loyelle euch Alicia vor aus ihrem Roman "Wie ein Schmetterling im Wind" vor.

 

Alicia, 16 Jahre, ist seit drei Jahren heimlich in Cato verliebt. Sie ist eher schüchtern und zurückhaltend, aber wenn es darauf ankommt, folgt sie dem eingeschlagenen Weg bis ans Ziel, auch wenn er mit vielen Gefahren gepflastert ist. Sie hat lange braune Haare und braune Augen. Sie ist erschüttert über Noras Veränderung und sucht hartnäckig nach dem Grund dafür. Ihre Leidenschaft ist das Singen.

 

 

 

"Nach der Predigt verließ der Trauerzug die Kirche und schritt auf Noras Grab zu. Vereinzelte Sonnenstrahlen kämpften sich durch die Wolkendecke. Alicia presste die Lippen zusammen, als sie den rechteckig ausgehobenen Graben erblickte, der nur darauf wartete, Noras Sarg aufzunehmen. Die Luft roch nach feuchter Erde. Alicia schwankte leicht. Nora würde in Zukunft von diesem Geruch umgeben sein. Eingehüllt wie ein Kokon. Für immer.

  Dad legte seine Hand auf ihre Schulter. „Möchtest du gehen?“

  Sie wollte nicht nur gehen, sie wollte weglaufen, weit weg, irgendwohin, wo niemand weinte und Nora noch lebte. Sie wollte diesem Albtraum entfliehen und ihr unbesorgtes Leben weiterführen, wollte mit Nora lachen und Jungen Streiche spielen, Lehrer ärgern und über die Klassenprinzessinnen lästern. Alicia hätte alles getan, um ihre Freundin wiederzubekommen, aber das Leben war grausam und bot keinen Weg zurück.

  „Nein, ich muss das durchstehen. Nora würde dasselbe auch für mich tun.“"

 

(Textschnipsel aus "Wie ein Schmetterling im Wind" von Anna Loyelle)

In "Das Band der Magie - Fairy" heißt die weibliche Hauptfigur Fairy und Liane Mars wird sie euch nun vorstellen:

 

Fairy fühlt sich völlig entwurzelt: Einerseits liebt sie ihr Volk, andererseits kann sie die brutale Herrschaft der Urmutter nicht mehr ertragen. Aus Angst beugt sie sich jedoch immer wieder. Erst als Brahn in ihr Leben tritt, erkennt sie, wie gefährlich ihre Herrscherin wirklich ist. Sie verändert sich und stellt mit Entsetzen fest, dass sie ein tödliches Geheimnis in sich trägt.

 

»Was hast du getan?«, fragte ich fassungslos.

   »Nichts Schlimmes. Ich habe mich mit dir verbunden. Du gehörst jetzt zu mir und bist damit sicher vor deiner Urmutter.« Zum ersten Mal hörte ich so etwas wie Unsicherheit in seiner Stimme. Ganz offensichtlich erkannte auch er erst jetzt die volle Tragweite unseres Kusses.

   Ich starrte ihn sprachlos an. »Du hast mich nur geküsst, damit mich die Urmutter nicht bekommt?« Meine Stimme klang selbst für mich ungewohnt schrill.

   »Nein. Ich habe dich geküsst, weil ich dich liebe - und weil du im Begriff warst, etwas unfassbar Dämliches zu tun.«

   »Meinem Volk beizustehen ist nicht dämlich«, erwiderte ich heftig. Erst dann begriff ich den ersten Teil des Satzes. Das verschlug mir die Sprache.

   Brahn musterte mich unsicher, wartete offenbar auf einen entsprechenden Satz aus meinem Mund, doch mein Hirn war gerade wie leergefegt.

   Wir schwiegen eine ganze Weile, reglos nebeneinanderliegend. Ich blinzelte in dieser Zeit nicht einmal. Irgendwann sah ich Brahn an, der mich aus besorgten Augen musterte. »Du hättest das nicht für mich entscheiden dürfen, Brahn«, sagte ich. »Du hast mich überrumpelt - und das weißt du auch. Ich werde jetzt gehen.«

   Langsam löste ich mich aus seiner Umarmung. Mein Körper fühlte sich anders an als noch vor einer Stunde, denn jetzt saß Brahn in meiner Seele.

   Brahn brauchte eine Weile, um zu verstehen, dass ich tatsächlich ging. Als ich schon fast durch die Schlafzimmertür war, kam er auf die Beine und sprintete hinter mir her.

   »Aber wo willst du denn hin, Fairy?«

   »Nach Hause.«

   »Du bist zuhause!«

   Jetzt wirbelte ich herum. »Nein, Brahn, das bin ich nicht. Ich muss zurück zu meinem Volk und ich muss mich der verdammten Urmutter stellen - und dank deiner verrückten Aktion stehen meine Überlebenschancen noch schlechter als zuvor.«

   »Sie wird dich augenblicklich umbringen, sobald sie meine Magie in deiner spürt«, protestierte Brahn.

   »Ja, und wem habe ich das zu verdanken?«, schrie ich ihn an.

   »Du kannst jetzt nicht gehen. Nicht so, Fairy! Wir müssen erst einmal herausfinden, was da gerade passiert ist. Was immer beim Weben des Bandes geschehen ist, war nicht normal!«

   »Normal? Erzähl mir doch nichts von normal! Ist es bei euch Shadun etwa normal, dass man eine Frau einfach ungefragt küsst und sich mit ihr verbindet?«, schrie ich ihn an.

 

(Textschnipsel aus "Das Band der Magie - Fairy" von Liane Mars)

 

 

Auch im Roman "Blue Eyes" gibt es natürlich eine weibliche Hauptfigur, die euch ihre Autorin Helena Grass jetzt vorstellen wird. Vorhang auf für Juliette:

 

Juliette, eine blauäugige Schönheit, genießt dank ihres Aussehens und mithilfe ihres Erbes ein ausschweifendes Dasein. Sex ist in Ordnung, Liebe nicht, ein Lebensstiel, der nicht jedem behagt und den sie bitter bereuen muss, als sie in den Fokus eines Wahnsinnigen gerät. Besonders für sie gilt: Es kommt immer anders als man denkt und man sollte niemals aufgeben.

 

Hier noch eine kleine Szene aus dem Buch:

 

Aufgebracht strich Juliette ihr nasses Haar aus dem erhitzten Gesicht. Die absonderlichsten Gedanken schwirrten durch ihren Kopf. Sie sollte die Sache vergessen, doch ein Beben tief in ihr drinnen verhinderte das. Immer wieder sah sie seine schwarzen, übermütig funkelnden Augen mit den langen Wimpern, in denen perlende Wassertropfen hingen, spürte seine sanften Küsse im Nacken, seine Hände, die hungrig ihre Brüste anhoben und sie unendlich zart berührten. Ihn abzuweisen, war ihr schwerer gefallen, als sie sich eingestehen wollte.

Unwillkürlich schloss sie die Augen. Nicht nur ihr Kopfkino drehte komplett am Rad, auch ihr Körper rebellierte verräterisch. Verdammt, sein Auftauchen hatte sie komplett aus der Bahn geworfen.

 

(Textschnipsel aus "Blue Eyes - Für immer und dein" von Helena Grass)

Im Roman "Flammende Bindung-Virulent 1" von Lina Jacobs spielt Daryan die weibliche Hauptrolle:

 

Mein Name ist Daryan Anderson und ich bin Vierundzwanzig Jahre. Auch ich bin seit meiner Geburt mit dem H4 infiziert. Im Gegensatz zu Marc lebte ich seit dem zehnten Lebensjahr in der Zone. Als Kind wurde ich von der HSU aufgenommen und zur Kopfgeldjägerin ausgebildet. Mit meinen Gaben war ich die perfekte Jägerin, allerdings ein Freak unter den Menschen. Als mir Marc begegnete, stellte er mein bisheriges Leben auf den Kopf.

 

"Niemand nahm von ihr Notiz. Sie hob die Chimäre an ihr Gesicht. Shis Ohren waren aufmerksam aufgestellt, in den leuchtenden Augen schien ein Feuer zu brennen. Ein leises Knurren drang aus seiner Kehle. Die Lefzen zogen sich nach oben. „Mach dich bereit, etwas Ungesetzliches zu tun, mein treuer Freund“, flüsterte sie in sein Ohr. „Bitte, hilf mir, sie zu töten – alle.“

 

(Textschnipsel aus "Flammende Bindung - Virulent 1" von Lina Jacobs)

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Liane Mars (Mittwoch, 22 Juni 2016 09:39)

    Das sind wirklich total schöne Textschnipsel - und so ganz unterschiedlich. Deine Sotai sieht echt super aus.
    Herzliche Grüße, Liane

  • #2

    Sandra Florean (Mittwoch, 22 Juni 2016 09:50)

    Das ist ja eine tolle Idee! Klasse gemacht.

    Viele Grüße
    Sandra

  • #3

    Anna Loyelle (Mittwoch, 22 Juni 2016 18:39)

    So hübsche, starke, mutige Protagonistinnen! ich bin sehr erfreut, sie kennenzulernen und bin schon gespannt auf die Abenteuer, die sie in den Büchern bestehen müssen.

  • #4

    Katharina Areti (Mittwoch, 22 Juni 2016 21:56)

    Huhu,

    Das sind richtig interessante weibliche Hauptfiguren. :)
    Da wird man direkt neugierig auf all die Bücher und meine Wunschliste wächst und wächst und nimmt kein Ende :D

    Liebe Grüße,
    Katharina Areti

  • #5

    Lina Jacobs (Donnerstag, 23 Juni 2016 20:24)

    Das ist so schön geworden, liebe Lia. <3
    Alle sind starke und selbstbewusste Frauen. Die Fotos runden die Sache noch sehr schön ab.
    Mach weiter so. Danke für alles. <3

    LG Lina